Das richtige Substrat für hängende Pflanzbeutel zusammenstellen

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Stehende Pflanzbeutel können mit jedem Substrat bepflanzt werden, das auch für herkömmliche Blumentöpfe möglich ist. Nutzbar sind also alle Formen von Erden, Kokossubstrat, Blähtonkügelchen, Perlite und andere Hydrosubstraten.

Hängende Pflanzbeutel haben -ähnlich wie Hanging Baskets- einige Besonderheiten, die man bedenken muß, wenn es um das richtige Substrat für die Pflanzen geht.

Da die Hanging Plant Bags vor allem durch die Pflanzlöcher in der Seitenwand, von oben und tatsächlich in besonderen Fällen auch von unten bepflanzt werden, kommen sehr viele einzelne Pflanzen auf einen sehr beschränkten Raum. Dieser Tatbestand kann sehr schnell zu folgenden Problemen führen:
  • Wassermangel
  • Nährstoffmangel
  • starker Konkurrenzkampf zwischen den Pflanzen

Zwei dieser schwerwiegenden Probleme lassen sich zumindestens etwas abmildern durch die richtige Substratauswahl beziehungsweise -zusammenstellung, denn es lohnt sich, eine hochwertige Erde zu kaufen und dieser noch ein paar zusätzliche Komponenten hinzuzufügen.

PflanzerdeWorauf ist beim Kauf von Blumenerde zu achten?

  1. Hängende Pflanzbeutel werden meistens mit ein- und zweijährigen Blühpflanzen bepflanzt oder mit Kräutern und Gemüse. Es handelt sich also um Pflanzen, die durchschnittlich bis überdurchschnittlich hohen Bedarf an Dünger und Nährstoffen haben.
    Deswegen sollte man eine vorgedüngte Blumenerde mit Langzeitdünger wählen, denn dieser gibt die gespeicherten Nährstoffe langsam und dosiert über einen längeren Zeitraum von 6 - 12 Wochen ab, so dass eine Zugabe von Flüssigdünger erst nach Ablauf dieser Zeitspanne notwendig wird.
  2. Schauen Sie sich die Deklaration der Inhaltsstoffe gut an. Blumenerde muss keinen Torf enthalten. Mit Ausnahme von Moorbeetpflanzen, kommen die meisten anderen wunderbar ohne ihn aus, wenn für qualitativ hochwertigen Ersatz gesorgt wurde. Als Ersatzstoffe geeignet sind Kokosfasern, angerottete Holzfasern, zerkleinerte Baumrinde und gut abgelagerter Kompost. All diese Bestandteil dienen der Strukturverbesserung des Bodens.
    Machen Sie einen Geruchstest, wenn die Erde Baumfasern und Rinde enthält: Sie sollte angenehm nach Waldboden riechen und nicht nach Rindenmulch stinken, denn dann ist entweder der Anteil zu hoch oder die Bestandteile sind nicht ausreichend abgelagert.
  3. Eine Anreicherung mit Kompost, Ton oder/und organischen Stickstoffdüngern wie beispielsweise Hornspäne wäre wünschenswert, denn sie dienen als Nährstofflieferant und -speicher.
  4. Oft sind Perlite beigemengt. Auch dies ist von Vorteil, da sie die Bodenstruktur auflockern und Wasser speichern können.

Leider sind die Deklarationen auf den Erdenpackungen oft ungenügend oder sogar falsch. Desweiteren können die Erdsäcke nicht deklarierte und unliebsame Inhaltsstoffe mit sich führen wie reichlich Unkrautsamen und noch die eine oder andere Überraschung beinhalten wie Folienreste, Schädlinge, Schimmel.

Aus diesem Grund ist es sehr überlegenswert, die eigene Pflanzenerde zu mischen.

Welche Bestandteile sollten in eine eigene Substratmischung?

  1. Gartenkompost
    Dieser ist der wichtigste Bestandteil des Substrats, da er sehr nährstoffreich ist, für eine lockere Bodenstruktur sorgt, das Bodenleben fördert und Wasser speichern kann.
    Ein Kompost, der aus den üblichen Quellen bestückt wurde ( Küchenabfälle, Rasen- und Staudenschnitt, Ernteabfälle) enthält nach einer Ablagerungszeit von 6 - 12 Monaten ca. 32g Stickstoff (N), 14g Phosphor (p) und 16g Kali (K) pro 10 Liter gesiebten Kompost sowie einen variablen Anteil an Kalk (je nach Zugabe).
  2. Sand
    Je nach Pflanzenart sollte der Kompost mit mindestens 1/3 Sand versetzt werden. Dieser ist zwar sehr nährstoffarm, wird aber dringend benötigt, um den Boden durchlässig zu machen für Luft und Wasser. Würde man reinen Kompost verwenden, so verklumpt dieser innerhalb kürzester Zeit zu einer schweren und relativ undurchlässigen Masse. Doe Pflanzenwurzeln sind aber auf die Durchlässigkeit des Substrats angewiesen, damit sie sich mit Hilfe der Kapillarwirkung mit ausreichend Wasser und Nährstoffen versorgen können.
  3. Kokosfasern
    Sie sind ein wunderbarer Ersatz für Torf und verbessern ebenfalls die Struktur des Bodens. Auch Kokosfaser enthalten kaum Nährstoffe. Sie können aber gut Wasser speichern und sorgen für Bodenbelüftung durch das ständige Quellen und Schrumpfen.
  4. Hornspäne
    Ob als Späne oder als Mehl, beides ist ein ausgezeichneter Langzeitstickstoffdünger, der nach etwa sechs Wochen zu wirken beginnt. 100g Späne enthalten ungefähr 10-14g Stickstoff (N).
  5. Urgesteinsmehl
    Aus vulkanischen Gestein hergestellt, enthält es sehr viele Mineralien und Spurenelement und ist damit ein sehr wichtiger Eisen- und Magnesiumlieferant, der zusätzlich die Pflanze stärkt und dadurch vor allem gegen Pilzbefall schützt. Urgesteinsmehl verstärkt den Geschmack von Obst und Gemüse.
  6. Perlite oder Wasserspeichergranulat
    Beide Produkte dienen der Wasserspeicherung und sind sehr empfehlenswert bei einer Substratmischung für Pflanzbeutel. Gleichzeitig verbessern beide Produkte die Bodenlockerung. Eine Anleitung für die Verwendung des Wasserspeichergranulats finden Sie unter folgendem externen Link: Hanging-Baskets.org



Genaue Mengenangaben sind leider nicht möglich, da das Mischungsverhältnis sehr stark von der Pflanze abhängt, für die sie das Substrat mixen. Normalerweise kann man sich diesbezüglich aber auf die Händlerangaben verlassen, die man auf den Verpackungen findet.
Wer keinen Gartenkompost hat, kann auch den vorhandenen Gartenboden oder eine gekaufte Blumenerde mit den oben genannten Bestandteilen aufbessern und verwenden.